Der christliche November steht ganz im Zeichen von Tod und ewigem Leben, Trauer und Hoffnung, Vergänglichkeit und Zuversicht. An den großen Festen von Allerheiligen und Allerseelen gedenken wir unserer Lieben, die nicht mehr hier unter uns leben, und besonders all jener, die uns auf dem Glaubensweg vorausgegangen sind. Zu Allerheiligen schauen wir auf den Himmel, wo die Heiligen, angefangen bei Maria, unendliche Glückseligkeit bei Gott erfahren.
Mit ihnen sind eine Schar von anderen, zum Großteil unbekannten Heilige, von denen wir aber sicherlich viele wiedererkennen werden, wenn wir da ankommen. Von hier aus rufen wir diese Heiligen in Freude und Not an und erfahren ihre Hilfe. Zu Allerseelen schauen wir dann auf den Ort der Läuterung vieler Verstorbenen: Um vom sogenannten Fegefeuer aus, den Himmel endgültig erreichen zu können, bedürfen sie unserer Hilfe. Sie warten auf unser Gebet, das in diesem Fall mehr denn je sich als große Nächstenliebe ihnen gegenüber erweist.
Das Gedenken an die Verstorbenen, die schönen Erinnerungen an sie, die Pflege ihrer Gräber – das alles haben wir gemeinsam mit allen Menschen, aus jedem Kulturkreis, auch mit denen, die sich als "ungläubig" definieren. Als Christen wissen wir allerdings zusätzlich, dass das nicht nur unsere Gefühlswelt betrifft. Im Glauben an das Ewige Leben und in der Liebe zu unseren Verstorbenen, zu allen Armen Seelen und zu den Heiligen im Himmel erfahren wir die Liebe Gottes als eine Liebe, die Gemeinschaft stiftet nicht nur im Hier und Heute, sondern auch jenseits des Todes.